Freitag, 31. Mai 2013

Auf einer Raumstation

Wir betraten die Raumstation durch einen schmalen Eingang. Die Station sah nicht aus, wie eine normale Raumstation. Nicht, dass es nicht die üblichen Wände und Stützpfeiler waren, nein, überall standen Kisten, Kartons und Dinge herum. Alles, jeder freie Platz war vollgestellt mit Kisten und vor allem Pappkartons.

In diesen, so fanden wir in dem trüben Dunkel heraus, lagen Dinge des täglichen Lebens. Handtücher, wer zur Hölle braucht auf einer Raumstation Handtücher? Hygieneartikel? Hey, es gibt Reinigesstationen. Kleidung, Schuhe und all so ein Zeug.

Langsam tasteten wir uns voran. Überall Kartons. Nicht  einaml die üblichen Transportkisten für Raumtransporten, nein lächerlicher Pappkartons wie noch zur Zeit der ersten Anfänge der Raumfahrt.

Von dem Hauptraum gingen wir langsam weiter. Es war dunkel. Duch die wenigen freien Fenster fiel diffuses Licht in die Station. Die dunkle Szenerie erinnerte mich unwillkürlich an die alten analogen Filme aus der Anfangszeit. Alien oder so hieß der eine. So dunkel und eng war es hier auch. Nur, dass es keine Aliens, keine Menschen  und auch sonst kein Leben gab. Nur Stille, Dunkelheit und diese dämlichen Kartons.

Ich öffnete die Tür zu einem noch dunkleren Raum und fand mich in einer kleinen Kammer mit Regalen wieder. Ja, gewöhnliche Metallregale. Vorsichtig öffnete ich einige der Kartons: Marmeladengläser. Meine Oma erzählte mir, dass ihre Großmutter davon berichtete, dass man sehr viel früher Marmelade selbst gemacht hat. Wie auch immer sowas gehen soll, wenn man Keime, Pollen und so weiter da raus bekommen will. Wo bekommt man überhaupt echte Früchte her?

Eine andere Kiste bot noch eine weitere Überraschung: Bücher!
Ich lachte laut auf, so dass mein Partner erschreckt herum fuhr  und den Phaser hochriss. Bücher. Echte Bücher aus Papier. Sowas hatte ich seit meinem Aufenthalt auf Terra nicht mehr gesehen. Ich meine, Papier, bitte, sowas wird doch gar nicht mehr verwendet. Alles, was ich lesen will, wird über das Augendisplay gestreamt.

Während ich noch eine weiter Kiste untersuchte, hörte ich plötzlich ein Geräusch. Wasser. Irgendwo gluckerte Wasser. Erschreckt und verwirrt zu gleich schaute ich mich um.

Ich wachte auf und starrte auf Pappkartons. Wir waren grad umgezogen und jedes Zimmer war mit Umzugskartons überfüllt. Grad goss sich meine Frau etwas Tee in eine Tasse. Mein Wecker klingelte und ich stand auf, um zur Arbeit zu gehen.

Sowas kommt dabei heraus, wenn man einen Umzug, eine neue Wohnung und einen Traum kombiniert. :-)

© ist und bleibt beim Autor dieser Zeilen. Nachdruck, Verbreitung, Kopie und Veröffentlichung nur auf Nachfrage.

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